ES-NiroSan® - Technische Daten

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1. Systembeschreibung und Einsatzmöglichkeiten

1.1 Einsatzgebiete

Die moderne Haustechnik stellt hohe Anforderungen an die Versorgungssysteme. Sicherheit, Langlebigkeit, Hygiene und nicht zuletzt die Wirtschaftlichkeit sind die Kriterien, nach denen Rohrsysteme beurteilt und eingesetzt werden. Das SANHA®-NiroSan®-Presssystem ist ein DVGW geprüftes Presssystem, das allen Marktanforderungen gerecht wird (DVGW DW 851 AU- 2127). Die Systemkomponenten Rohre, Fittings und Zubehör sind aufeinander abgestimmt und für den Einsatz in der Trinkwasserinstallation für Kalt- und Warmwasser hervorragend geeignet.

Darüber hinaus ist das System geeignet für:

  1. Nachbehandeltes Wasser, enthärtetes Wasser, teil- und vollentsalztes Wasser, darunter fallen auch: entkarbonisiertes Wasser, entmineralisiertes Wasser, Osmose­wasser, destilliertes Wasser,
  2. Druckluft, ölfrei bis 16 bar (für technische – ölhaltige – Druckluft auf Anfrage),
  3. Dampfkondensat, sowohl als trockene als auch als nasse Kondensatleitung bis 130 °C oder 16 bar,
  4. Wasser mit Seife (Clilavitt) pH 12, stark alkalisch, Wasser mit Ethylenglykol (Frostschutzmittel), Wasser mit Alkohol (Scheibenwischerflüssigkeit), Solaranlagen mit Wasser-Glykol-Gemisch für Dauerbelastung von 120 °C – für Temperaturen bis 200 °C auf Anfrage,
  5. Brauch- und Regenwasser-Nutzungsanlagen,
  6. Heizungsanlagen,
  7. Fernwärmeanlagen, direkt gefahren bis 200 °C auf
    Anfrage,
  8. Transportleitungen für Schüttgüter,
  9. Leitungen für Edelgase und technische Gase,
  10. Transportleitungen für aggressive Wässer,
  11. Druckentwässerung von Dächern und Gebäudeteilen,
  12. Rohrleitungen für Industrieanlagen.

Wenn spezielle Aufgabenstellungen für den Transport von flüssigen Medien, aggressiven Wässern und technischen Gasen oder allgemein im Industriebereich anstehende Aufgaben gelöst werden sollen, ist die Eignung des SANHA®-NiroSan® Presssystems individuell zu prüfen. Bitte wenden Sie sich in derartigen Fällen an unsere Technische Kundenberatung.

Sicherheit, Langlebigkeit und Hygiene sind gewährleistet durch:

  • SANHA®-NiroSan® -Systemfittings:
    Werkstoff nichtrostender Stahl, Werkstoff-Nr. 1.4404, 1.4571, 1.4408
  • Formteildichtung:
    EPDM, peroxidisch vernetzt, geeignet für Trinkwasser gemäß den KTW-Empfehlungen des Bundesgesundheitsamtes.
  • SANHA®-NiroSan®-Systemrohre: Werkstoff 1.4404


1.2. Systembeschreibung

Das SANHA®-NiroSan®-Presssystem besteht aus folgenden Systemkomponenten.

  1. SANHA®-NiroSan®-Systemrohr
    Edelstahlrohre (DVGW – W 541) Werkstoff 1.4404. Die Rohre werden blank-, spannungsfrei- und lösungsgeglüht. Die Festigkeit ist nach oben hin begrenzt, um eine aus­reichende und dauerhafte Verformung von Fitting und Rohr bei Einsatz geeigneter, handelsüblicher und von SANHA® empfohlener Presswerkzeuge und Pressbacken zu gewährleisten.

  2. SANHA®-NiroSan®-Pressfittings und Gewindeteile,
    Werkstoffnummer 1.4404 (Formteile) , 1.4571
    (Gewindeteile) und 1.4408 (Edelstahlfeinguss).
    Die Pressfittings werden aus korrosionstechnischen Gründen gebeizt und blank-, spannungsfrei-, lösungs- und weichgeglüht. Somit wird der Härtegrad des Pressfittings dem des SANHA®-NiroSan®-Systemrohres angeglichen und eine sichere und dauerhafte Verformung beim Verpressen gewährleistet.

  3. Dichtung
    Serienmäßig werden Dichtringe aus EPDM peroxidisch vernetzt, geprüft nach den KTW-Empfehlungen des Bundes­gesundheitsamtes werkseitig in den Fitting eingebracht (Serie 9000). Dieses hochwertige Polymer ist besonders für den Einsatz in Trinkwasserleitungsanlagen bis zu einer maximalen Betriebstemperatur von 120°C geeignet.

    Für höhere Temperaturen (max. 200°C) und aggressive Medien stehen SANHA®-NiroSan®-Systemfittings mit Dichtung aus speziellem Elastomer zur Verfügung (Serie 18000). Hinsichtlich des Einsatzbereiches wenden Sie sich bitte an unsere Technische Kundenberatung.

    Ist für besondere Anwendungsbereiche absolute Silikonfreiheit von Dichtung und Fitting gefordert (Lackierereien, Kfz-Industrie), stehen hierfür die SANHA®-NiroSan®-System­fittings mit speziellen FPM-Dichtungen (Serie 19000) zur Verfügung.

  4. Werkzeug
    Bei der Konstruktion und Entwicklung des SANHA®-NiroSan® Presssystems wurde die Muffengeometrie so festgelegt, dass bereits auf dem Markt befindliche Press­backen und Pressmaschinen verwendet werden können (vgl. Ziff. 1.2.4.). Für den Verarbeiter entfallen somit in der Regel zusätzliche Investitionen für Werkzeuge.

    SANHA® empfiehlt aber die elektronische Pressmaschine SANHA® Typ ECO 301 mit den SANHA®-Pressbacken und Schlingen (vgl. auch Tabelle 3). In Verbindung mit dem SANHA®-spezifischen Acht-Kant-Profil (12 - 35 mm) bzw. Neun-Kant-Profil (42 – 54 mm) und insbesondere dem SANHA®-Profil für die Abmessungen 76,1 mm bis 108 mm entsteht eine besonders runde, materialschonende Verpressung.

1.2.1 Werkstoff Edelstahl

Trinkwasser, das mit anderen Stoffen, wie z. B. Rohr­leitungs­werkstoffen, Behälterwerkstoffen etc. in Kontakt kommt, kann mit diesen Werkstoffen chemisch reagieren. Besteht beispielsweise die Rohrleitung aus Kupfer, so gehen durch diese Reaktion Kupferionen im Trinkwasser in Lösung. Aus Armaturen und Apparatebauteilen können Blei, Nickel etc. in das Trinkwasser gelangen. Die Größenordnung dieser Ein­träge ist abhängig von der Zeit, die für die Reaktions­vor­gänge zur Verfügung steht – also von der Verweildauer des Wassers in der Leitung – und von der Wasser­be­schaffen­heit.

Art und maximal zulässige Mengen (Grenzwerte) für gesundheitsrelevante Stoffe sind in der Trinkwasser-Verordnung (TrinkwV) festgeschrieben. Um sicherzustellen, dass diese Werte nicht überschritten werden, sind bei der Werkstoffauswahl die in DIN 50930-6 festgeschriebenen Einsatzkriterien zu berücksichtigen. Danach gibt es für nichtrostende Stähle nach den DVGW-Arbeitsblättern W 534 bzw. W 541 keine Einschränkung des Anwendungsbereichs. Das SANHA®-NiroSan®-Presssystem kann also ohne Einschränkung in allen Trinkwässern eingesetzt werden.

Sofern das SANHA®-NiroSan®-Presssystem im Industriebereich für die verschiedensten Medien oder in Schwimm­bädern oder für den Transport von Meerwasser eingesetzt werden soll, bitten wir hinsichtlich der Korrosionsbelastung unsere Technische Kundenberatung anzusprechen. Bei Planung und Montage der Anlagen sind grundsätzlich hohe Chloridkonzentrationen, die von außen auf die Anlage wirken können, zu vermeiden.

Die wesentlichen Vorteile der im SANHA®-NiroSan®-Presssystem verarbeiteten Edelstahlsorten sind:

a) Höchste Korrosionsbeständigkeit

b) Mechanische Festigkeit

c) Dauerhaft glatte Oberflächen

d) Keine Migration von Metall-Ionen

e) Hervorragende hygienische Eigenschaften

f) Lange Lebensdauer

g) Härte von Edelstahl

a) Die Korrosionsbeständigkeit von Edelstahl
Edelstahl bildet infolge seiner Legierungsbestandteile an der Oberfläche bei Kontakt mit sauerstoffhaltigem Wasser – also Trinkwasser – eine überwiegend aus Chrom­oxid bestehende Passivschicht aus. Diese Schicht ver­hindert jede weitere Reaktion zwischen Trink­wasser und dem Leitungswerkstoff. Eine Beeinflussung des Trinkwassers durch den Rohrleitungswerkstoff ist somit – unab­hängig von der Wasserbeschaffenheit – ausge­schlossen. Lochkorrosion ist bei Edelstahl äußerst selten und kann nur dann auftreten, wenn das kritische Korrosions­potenzial (z. B. durch hohe Chlorid- oder Bromid-Ionen-Konzentrationen) überschritten wird. Bei gleichzeitiger Belastung mit kritischen Zugspannungen, kann auch Spannungsrisskorrosion entstehen. Erhöhte Temperaturen (> 90 ... 100 °C) verstärken ein etwa vorhandenes Korrosionsrisiko. Zur Vermeidung derartiger Kor­ro­sions­schäden wird daher in der DIN 50930, Teil 4, bei Chloridkonzentrationen über 200 mg/l der Einsatz molybdänhaltiger Edelstähle empfohlen. Konzentrationen oberhalb dieses Wertes sind durch örtliche Aufkonzentrationsprozesse in stagnierenden Trink­wässern unter Umständen erreichbar, weshalb generell der Einsatz molybdänhaltiger Edelstähle sinnvoll ist. Die im SANHA®-NiroSan®-Presssystem verwendeten Edelstahlsorten enthalten Molybdän als Legierungsbestandteil, wodurch höchste Beständigkeit gegen Loch- und Spannungsrisskorrosion erzielt wird.

Eine Sensibilisierung des Werkstoffes ist durch Oxidschichten, Anlauffarben, falsche Wärmebehandlung (z. B. beim Schweißen) und Schleifen der Bauteile möglich und bewirkt, dass die Lochkorosionswahrscheinlichkeit erhöht wird. Die gleiche Wirkung haben Oxidationsmittel, wie sie beispielsweise zur Desinfektion Verwendung finden, wenn die dem Trinkwasser zugesetzt werden und längere Zeit einwirken können. Deshalb ist ihr Einsatz nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Die Verwendung von Chloroxid als Desinfektionsmittel ist keinesfalls zulässig.

Beim SANHA®-NiroSan®-Presssystem wird eine dauer­haft dichte Rohrverbindung durch Kaltumformung des Werkstoffes erzeugt. Hierdurch wird sichergestellt, dass eine Sensibilisierung des Werkstoffes vermieden wird. Diese Forderung muss auch durch die sachgerechte Montage der Anlagen erfüllt werden. So ist beim Trennen der Rohre eine unzulässige Erwärmung der Schnittstellen – wie das bei Verwendung von Trennscheiben (Flex) unvermeidbar ist – unbedingt zu vermeiden. Der direkte Kontakt mit unlegiertem Stahl führt dazu, dass sich an der Kontaktstelle keine Passivschicht ausbilden kann und somit der Werkstoff dort sensibilisiert ist. Zum Trennen und Entgraten der Rohre dürfen daher keine Werkzeuge verwendet werden, mit denen zuvor unlegierter Stahl bearbeitet worden ist. Auch bei Lagerung und Transport der Rohre und Fittings sind diese Zusammenhänge zu beachten. Bei richtiger Verarbeitung der molybdänhaltigen Edelstähle spielen oben genannte Korrosionsmechanismen keine Rolle. Das Lochkorrosionspotenzial wird unter den in Trinkwasserinstallationen auftretenden Betriebsbe­dingungen nicht erreicht. Edelstahl weist in der Elektro­chemischen Spannungsreihe etwas höheres Potenzial auf als Kupfer und ein deutlich höheres Potenzial als verzinkter Stahl. Deswegen kann es in Trinkwasserinstallationen, in denen einerseits eine Elektronen leitende Verbindung also in der Regel eine metallisch leitende Verbindung) und andererseits eine Ionen leitende Verbindung (also in der Regel eine Verbindung durch einen Elektrolyten wie z.B. Trinkwasser) zwischen Edelstahl und dem elektrochemischen unedleren Werkstoff besteht, zu kathodisch-anodischen Wirkungen kommen. Hierbei löst sich dann das unedlere Metall zugunsten des edleren Edelstahles auf. Dieses Korrosionsmechanismus wird Kontaktkorrosion genannt. Die Erscheinungsform der Kontaktkorrosin ist die Muldenkorrosion.

Der bei diesem Mechanismus entstehende Korrosionsstrom ist abhängig von der Potenzialdifferenz zwischen den beiden Metallen und von der Ionenleitfähigkeit des Elektrolyten (also der Wasserbeschaffenheit). Die Auflösungsgeschwindigkeit des unedleren Metalls ist aber nicht allein von der Höhe des Korrosionsstromes, sondern vielmehr von der Korrosionsstromdichte (Höhe des Korrosionsstroms bezogen auf die korrodierende Fläche) abhängig. Bei Kontakt mit verzinktem Stahl genügt es in der Regel, zwischen dem Edelstahl und dem verzinkten Stahl eine Entfernung zu schaffen, die etwa dem Rohrdurchmesser entspricht, um die Ionenleit­fähigkeit des Trinkwassers ausreichend zu vermeiden. Dies kann z.B. durch Zwischenschalten einer Armatur aus Rotguss oder Messing geschehen.

Bei Mischinstallationen von Edelstahl und Kupfer sind die Verhältnisse deutlich weniger kritisch zu bewerten, da die Potenzialdifferenz zwischen Kupfer und Edel­stahl sehr gering ist. Eine technisch relevante Auf­lösungs­ge­schwindig­keit des Kupfers (Korrosionsstrom­dichte) ist nur bei sehr kleiner Kupferfläche im Ver­­gleich zur Edelstahlfläche gegeben. Dies ist – wie die praktische Erfahrung zeigt – z. B. dann der Fall, wenn in einer ausgedehnten Edelstahlinstallation ein einziger Kupferfitting eingebaut ist. Untersuchungen darüber, wo das kritische Flächenverhältnis angesiedelt ist, sind aus der Literatur nicht bekannt. Man liegt hinsichtlich eines möglichen Schadens durch Kontaktkorrosion zwischen Kupfer und Edelstahl dann auf der sicheren Seite, wenn ein Flächenverhältnis von Kupferwerkstoffen (Kupfer einschließlich Rotguss und Messing) zu Edelstahl von 0,02 nicht deutlich unterschritten wird. Die Reihenfolge der unterschiedlichen Werkstoffe ist dabei beliebig. Die vom Zusammenbau von Kupfer und verzinktem Stahl in Trinkwasser­leitungen her bekannte Fließregel braucht also beim Zusammenbau von Kupfer oder verz. Stahl und Edelstahl nicht berücksichtigt zu werden. In Heizanlagen gelten diese Zusammenhänge nicht. Das Heizungswasser in fachgerecht errichteten und betriebenen Heizungsanlagen ist weitgehend sauerstofffrei. Ohne Sauerstoff gibt es aber unter den hier relevanten Betriebsbedingungen keine Metallkorrosion.

Fazit: Für die verwendeten Werkstoffe haben die bisher durchgeführten Labortests und insbesondere die vorliegenden praktischen Erfahrungen gezeigt, dass durch Trinkwässer und Wässer ähnlicher Zusammensetzung keine Korrosionsschäden zu erwarten sind.

b) Mechanische Festigkeit
Edelstahl besitzt eine hohe Festigkeit. Die Zugfestigkeit beträgt mindestens Rm 550 N/mm2, die Propor­tionalgrenze liegt bei Rp0,2 240 N/mm2. Diese Festigkeitswerte bieten Sicherheit gegen Durchbiegen und mechanische Beschädigungen der Rohre und Formteile bei der Montage, bei Umbauarbeiten sowie beim Betrieb der Installationen.

c) Oberflächeneigenschaften
Aufgrund seiner mechanischen Festigkeit ist die Ober­fläche von Edelstahl sehr hart und hoch belastbar. Infolge dieser Eigenschaften unterliegt der Werkstoff, z. B. bei hohen Belastungen durch im Trinkwasser mitgeführte Partikel, praktisch keiner Erosion. Die glatten Oberflächen der Edelstahlleitungen bleiben auch nach längerem Betrieb erhalten, so dass die von Anfang an geringen Strömungsverluste und die Gebrauchseigenschaften der Installation unverändert erhalten bleiben. Edel­stahl­leitungen zeigen dauerhaft eine optisch her­vor­ragende Wirkung und sind absolut wartungsfrei. Von daher ergeben sich für den planenden Architekten neue Gestaltungsmöglichkeiten mit Edelstahlsystemen.

d) Migration von Rohrleitungswerkstoffen
Unter Migration von Rohrleitungswerkstoffen versteht man die Aufnahme von Rohrmaterialbestandteilen als gelöste Stoffe (Ionen) im transportierten Medium. Bei molybdänhaltigen Edelstahlbauteilen findet keine Migration statt, weil die auf der Oberfläche befindliche Passivschicht das Inlösunggehen von Ionen verhindert. Die Trinkwasserbeschaffenheit wird, selbst bei längeren Stagnationsintervallen, nicht durch in Lösung gehende Metall-Ionen beeinflusst oder verändert. Das SANHA®-NiroSan®-Presssystem ist daher – wie auch DIN 50930-6 betont – in allen Trinkwässern, unabhängig von deren Beschaffenheit einsetzbar. Bei einigen anderen Mate­rialien (z. B. bei Bleileitungen) können insbesondere bei Stagnation des Wassers Schwermetall-Ionen-Konzentrationen auftreten, welche die in der Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwerte erreichen oder sogar überschreiten.

e) Hygienische Eigenschaften von Edelstahl
Die seit langem praktizierte Verwendung von Edelstahl in der Lebensmittelverarbeitung, in der Speisenzubereitung und in der Medizintechnik belegt eindeutig die hygienische Unbedenklichkeit dieses Werkstoffs. Neben seiner Geschmacksneutralität und hervor­ragenden Oberflächenqualität schätzt man in letzter Zeit einen weiteren Vorteil besonders: Im Hinblick auf die mikrobiologischen Eigenschaften verhält sich Edel­stahl inert. Das heißt, mikrobiologisches Wachstum wird auf Edelstahloberflächen (im Unterschied zu Ober­flächen organischer Werkstoffe) nicht gefördert. Bakterien, Fäulniserreger, Sporen etc. haben somit auf Edel­stahl­ober­flächen keine Wachstumschancen. Diese positive Eigenschaft des Edelstahles kommt direkt der Trinkwasserqualität zugute und erübrigt in der Regel irgendwelche Desinfektionsmaßnahmen bei einem Edelstahl-Trinkwassersystem.

f) Lange Lebensdauer von Edelstahl
Das SANHA®-NiroSan®-Presssystem aus Edelstahl, Werkstoff-Nr. 1.4404/1.4571/1.4408 besitzt ein hervorragendes Langzeitverhalten. Es hat eine hohe mechanische Festigkeit und eine sehr hohe Korrosionsbe­ständigkeit. Mit dem Trinkwasser mitgeführte Partikel (z. B. eingeschwemmte Sandkörner) verursachen praktisch keinen Abrieb und keine Erosion. Andererseits erschweren die glatten Oberflächen der Edelstahlrohrwandungen das Absetzen im Trinkwasser gelöster Stoffe, so dass kaum Inkrustationen entstehen können. Die sorgfältig ausgewählten Legierungsbestand­teile ge­währ­leisten auch langfristig die Stabilität und Dicht­heit der Systeme. Die speziellen Eigenschaften von Edelstahl stellen sicher, dass selbst nach längerem Gebrauch keine Metall-Ionen in Lösung gehen, kein Abtrag und keine Wanddickenreduzierung der Rohre erfolgt. Trinkwasserinstallationen aus dem SANHA®-NiroSan®-Presssystem sind hygienisch, stabil, zuver­lässig, beeinträchtigen nicht die Wasserbeschaffenheit und sind auch bedenkenlos als Mischinstallationen ein­setz­bar.

g) Härte von Edelstahl
Da das SANHA®-NiroSan®-Presssystem für den Verarbeiter den Vorteil bietet, marktübliche und evtl. bereits vorhandene Pressmaschinen und Pressbacken einsetzen zu können, Edelstahl aber ein äußerst „harter“ Werkstoff mit relativ großer Rückfederung ist, werden sowohl das SANHA®-NiroSan®-Systemrohr als auch die SANHA®-NiroSan®-Systemfittings blank-, spannungsfrei-, lösungs- und weichgeglüht. Durch die exakte Einhaltung des werksseitig vorgeschriebenen Härtegrades bei den Systemkomponenten wird auch beim Einsatz unterschiedlicher Pressmaschinen und Pressbacken eine sichere und dauerhaft dichte Verbindung erreicht.


1.2.2 Systembestandteile

Für die Gestaltung von Ausschreibungstexten bietet Tabelle 1 eine Übersicht über die Bestandteile des SANHA®-NiroSan®-Presssystems. Fertige Ausschreibungstexte stehen auf Diskette im Format DATANORM 4.0 zur Verfügung und können über unsere Außendienstberater angefordert werden.

SANHA®-NiroSan®-Presssystem

 

Rohrmaterial

SANHA®-NiroSan®-Systemrohr

Nichtrostender Stahl, Werkstoff-Nr. 1.4404

Formteilmaterial

SANHA®-NiroSan®-Pressfittings

Nichtrostender Stahl, Werkstoff-Nr. 1.4404, 1.4408

Dichtungsmaterial

EPDM, peroxidisch vernetzt bzw. spezieller Elastomer

Verbindungstechnik

SANHA®-NiroSan®-Presssystem

Einsatzgebiet

siehe Punkt 1.1

Betriebstemperaturbereich

EPDM: -30 0C ... 120 0C (Serie 9000) bzw.

FPM: -20 0C ... 200 0C (Serien 18000 u. 19000)

Betriebsdruck

s. Tabelle 5

Zulassungen (Rohre und Formteile)

DVGW-Systemzulassung: DW – 8511AU2127

SVGW-Systemzulassung: 9912 – 4179

ÖVGW-Systemzulassung: W – 1.287

Vorteile des Systems

• universell einsetzbar, breites Programm

• schnelle, einfache Montage

• robuste, zuverlässige Ausführung

• besonders korrosionsbeständig

• Dichtungen aus KTW-zugelassenem Elastomer

• alle Bauteile aus Edelstahl

Tabelle 1: Übersicht über SANHA®-NiroSan®-Systembestandteile

1.2.3 Verbindungstechnik

Die Besonderheit der SANHA®-NiroSan®-Pressfittings sind die Konstruktion und Herstellung der Muffen, die eine zuverlässige Verarbeitung und dichte, dauerhafte Verbin­dungen sicherstellen. Die Verpressung erfolgt bis einschließlich 54 mm in drei Ebenen – vor der Sicke, auf der Sicke und hinter der Sicke (s. Bild 2). Dies sichert eine hohe Auszugsfestigkeit. Eventuell in der Installation auftretende Druckschläge stellen dadurch praktisch kein Sicherheits­risiko dar. Die Einstecktiefe des rechtwinklig abgelängten, sauber entgrateten Rohrendes wird mit Hilfe einer Schablone (Katalog-Nr. 4981) markiert, danach unter leichtem Drehen in die Muffe gesteckt (siehe dazu auch die ent­sprechenden Montagehinweise). Das Herstellen der dauerhaft dichten Verbindung erfolgt durch Verpressen. Durch die sekundenschnelle Verpressung erhält man eine unlösbare, form- und kraftschlüssige Verbindung.

Pressmaschinen anderer Systemanbieter bzw. Maschinenhersteller sind nach deren Angaben – mindestens jedoch einmal jährlich – zu überprüfen bzw. zu warten.

Die Pressbacken werden durch starke, oszillierende Kräfte beansprucht. Dies könnte im Extremfall zu Materialermüdung, zumindest aber zu einem deutlichen Verschleiß – insbesondere der Bolzen – führen. Um gefährliche Unfälle sicher auszuschließen, bieten sich hier zwei gangbare Wege an:

  1. Regelmäßige Wartung der Pressbacken
    Hierbei werden alle verschlissenen Teile oder auch etwa verformte Teile ausgetauscht, so dass dem Ver­arbeiter nach dieser Wartung eine neuwertige Press­backe zur Verfügung steht.
  2. Begrenzung der Lebensdauer
    Die andere Möglichkeit, Unfälle zu verhüten, besteht darin, an der Pressbacke eine Sollbruchstelle so anzubringen, dass die Pressbacke nach einer bestimmten Lebensdauer zerstört wird und damit nicht mehr benutzbar ist.

Bei den SANHA® -Pressbacken und –schlingen werden beide Verfahren angewandt. Bei den SANHA®-Pressbacken und –schlingen für die elektronische Pressmaschine (Katalog-Nr. 6920, 6932, 6933 bzw. Zwischenbacke Katalog-Nr. 6931.1, 6931.2, 6931.3) und bei den SANHA®-Pressbacken und –schlingen Service plus für herkömmliche Press­maschinen (Katalog-Nr. 6940, 6932 bzw. Zwischenbacke Katalog-Nr. 6930) wird das Verfahren der regelmäßigen Wartung angewendet. Diese Pressbacken sind – wie schon

bei den SANHA®-Novopress Pressmaschinen beschrieben – mit einer Prüfplakette versehen, auf der das nächste Über­prüfungsdatum erkennbar ist (s. Bild 5). Bei regel­mäßiger jährlicher Wartung erhöht sich die Gewährleistung für diese Pressbacken bzw. Pressschlingen bis auf 5 Jahre. Die SANHA®-Pressbacke Standard (Katalog-Nr. 6958) ist dagegen so ausgelegt, dass sie bei Erreichen Ihrer Lebensdauer (etwa 10.000 Verpressungen) im Bereich einer Sollbruchstelle aufreißt. Eine solche Pressbacke ist dann irreparabel zerstört und somit vollständig zu erneuern. Grundsätzlich ist zwischen konventionellem und elektronisch kontrolliertem Pressen zu unterscheiden. Beim konventionellen Pressen handelt es sich um einen Pressvorgang, der immer in der gleichen Weise mit gleichem Kraftaufwand stattfindet. Im Unterschied dazu wird beim elektronisch kontrollierten Pressen mittels eines in der Pressbacke integrierten Chips – der mit der Elektronik der Pressmaschine kommuniziert – der Pressvorgang kraftoptimiert und somit materialschonend für Werkzeug und Fitting sowie Rohr gesteuert. Insbesondere bei den kleineren Abmessungen führt dies zu einer erheblichen Steigerung der Lebensdauer von Pressbacke und Pressmaschine.

Konventionelles Pressen

Vorausgesetzt wird, dass bei allen verwendeten Maschinen und Backen bzw. Schlingen eine regelmäßige Wartung bzw. Überprüfung durchgeführt wurde.

Einsetzbare Pressmaschinen bis 54 mm Durchmesser

Geeignet sind alle Pressmaschinen, die den folgenden Anforderungen genügen:

  • Mindest-Presskraft: 30 kN
  • Zwangsdurchlaufsteuerung
    Nachdem der Pressvorgang eingeleitet worden ist, muss sichergestellt sein, dass die Maschine nicht ohne weitere Maßnahmen (Betätigung eines Notschalters o.ä.) von einer eventuell unvollständig verpressten Verbindungsstelle abgenommen werden kann.
    Alternativ kann der Hersteller die Eignung des Presswerkzeugs durch eine Zertifizierung eines anerkannten Prüfinstitutes nachweisen.
  • Bolzendurchmesser der Presszangenaufnahme: 14 mm
  • Mindestbreite der Presszangenaufnahme: 33 mm

Zum Beispiel:
SANHA®

SANHA® (Netzbetrieb) ECO 201 (Katalog-Nr. 6902, 6903), SANHA® (Akkubetrieb) ACO 201 (Katalog-Nr. 6908, 6909),

Geberit

Geberit elektromechanisches Presswerkzeug, Typ EFP2, Geberit ECO 201/ACO 201

Viega

Viega Systempresswerkzeug Typ 2,

Viega Systempresswerkzeug Typ PT3-H,

Viega Akku-Presshandy,

Viega Akku-Pressmaschine REC SAN (bis 22 mm)

REMS

REMS Power-Press Antriebsmaschinen,

REMS Akku-Press Antriebsmaschinen

Geberit

Geberit Pressmaschine PWH 75

Roller

Roller´s Uni-Press 2000 Antriebsmaschine

Roller´s Multi-Press 2000 Akku-Pressmaschine

Rothenberger

Romax Pressliner,
Vario-Press 1000 APC

 

Einsetzbare Pressbacken und -schlingen bis 54 mm Durchmesser

Geeignet sind Pressbacken und -Schlingen für metallene Verbindungssysteme mit SANHA®-, Geberit- oder Viega-Profil

Zum Beispiel:
SANHA®

Service plus Pressbacken und Pressschlingen 15 – 54 mm (Katalog-Nr. 6940, 6930),
Standard Pressbacken 15 – 35 mm (Katalog-Nr. 6958)

Geberit

Geberit Pressbacken 15 – 54 mm

Geberit Pressschlingen 42 – 54 mm

Viega

Viega Pressbacken für Profipress und
Sanpress 15 – 54 mm

REMS

REMS Presszangen V 15 – 54 mm, M 15 – 54 mm,
SA 15 – 35 mm

Roller

Roller´s Presszangen V 15 – 54 mm, M 15 – 54 mm,
SA 15 – 35 mm

Rothenberger

Vario-Press Pressbacken V 15 – 54 mm, M 15 – 54 mm

Andere Presswerkzeuge für Durchmesser 76,1 mm bis 108 mm

Geberit

Hydraulikzylinder HCP in Verbindung mit
Hydraulikaggregat HA 5 und HCP-Pressschlingen

Tabelle 2: Geeignete konventionelle Presswerkzeuge für SANHA®-NiroSan®-Pressfittings und
SANHA®-NiroSan®-Systemrohr

Elektronisch überwachtes Pressen

Vorausgesetzt wird, dass bei allen verwendeten Maschinen und Backen bzw. Schlingen eine regelmäßige Wartung bzw. Überprüfung durchgeführt wurde.

Einsetzbare Presswerkzeuge für alle Abmessungen

SANHA®

SANHA® (elektronisch), Netzbetrieb, Typ EFP3 für
Abmessungen 12 mm bis 54 mm,

SANHA® (elektronisch), Akkubetrieb, Typ AFP3 für
Abmessungen 12 mm bis 54 mm,

SANHA® (elektronisch), Netzbetrieb, Typ ECO 301 für Abmessungen 12 mm bis 108 mm (Katalog-Nr. 6900, 6901),

SANHA® (elektronisch), Akkubetrieb, Typ ACO3 für
Abmessungen 12 mm bis 54 mm, (Katalog-Nr. 6904, 6905)

Geberit

Geberit elektronisches Presswerkzeug, Typ EFP3/AFP3
(bis 54 mm)

Geberit elektronisches Presswerkzeug, Typ ECO 301

 

Einsetzbare Pressbacken und -schlingen für alle Abmessungen

SANHA®

SANHA®-Pressbacken und -schlingen (elektronisch),
Katalog-Nr. 6920, 6931.1, 6932 (bis 54 mm),
SANHA®-Pressschlingen und Zwischenbacken
(nur für SANHA® Pressmaschine ECO 301),
Katalog-Nr. 6933, 6931.2, 6931.3 (76,1 bis 108 mm)

Geberit

Geberit Pressbacken und -schlingen (elektronisch) Typ EFP3/AFP3,

Geberit Pressschlingen und Zwischenbacken
(nur für Pressmaschine ECO 301)

 

 

Rohrverbindung unverpresst, Abmessungen bis 42 mm
Rohrverbindung verpresst, Abmessungen bis 42 mm
8-Kant-Verpressung bei Abmessungen bis 35 mm, annähernd rundes Pressbild
Verpressung der Abmessungen 76,1 mm bis 108 mm in 2 Ebenen

1.2.4 Geeignete und empfohlene Presswerkzeuge

Pressfitting, Rohr, Pressbacke und Pressmaschine sind stets so aufeinander abgestimmt, dass sich beim Zusammenspiel dieser vier Komponenten eine dauerhaft dichte, ausreichend druckfeste Verbindungsstelle ergibt. Das heißt aber auf der anderen Seite, dass sich die vom System zu verkraftenden Toleranzen auf die Komponenten aufteilen müssen. Beim Pressfitting und bei den Rohren sorgt SANHA® für sehr enge Fertigungstoleranzen. Damit kommt der einwandfreien Funktion von Pressbacke und Pressmaschine eine besondere Bedeutung zu. Insbesondere verschlissene Pressbacken, aber auch Pressmaschinen die nicht mehr einwandfrei funktionieren – weil sich z. B. der Presshub im Laufe der Zeit verstellt hat – können also zu nicht aus­reichend sicheren Verbindungsstellen führen.

Sowohl Pressbacken – die sich im Laufe des Betriebes zwangsläufig abnutzen – als auch Pressmaschinen müssen demnach einer regelmäßigen Funktionskontrolle unter­zogen werden. Grundsätzlich sollen sowohl alle Pressbacken als auch alle Pressmaschinen mindestens einmal jährlich gewartet werden. Um eine dauerhafte und sichere Verpressung zu erreichen, können bis einschließlich der Abmessung 54 mm Presswerkzeuge verwendet werden, die beim Pressen einen linearen Pressdruck von mindestens 30 kN erzeugen. Treten deutlich höhere lineare Press­drücke (über 33 kN) auf, könnten die Pressbacken be­schädigt werden (Achtung: Verletzungsgefahr!).

Für die Verpressung des SANHA®-NiroSan®-Pressfittings mit dem SANHA®-NiroSan®-Systemrohr sind die in Tabelle 2 aufgeführten Pressmaschinen und Pressbacken verwendbar, wenn sie in technisch einwandfreiem Zustand sind, die vom Hersteller vorgeschriebenen Inspektions- und Wartungs­intervalle eingehalten wurden und gemäß den Bedienungsanleitungen der Hersteller eingesetzt werden. Jede SANHA®-
Pressmaschine ist mit einer runden Wartungs­plakette versehen. Aus der Markierung dieser Plakette geht hervor, wann die Maschine das nächste Mal zur Wartung an die Fa. Novopress oder eine von der Fa. Novopress autorisierte Fachwerkstatt eingesandt werden muss. Bei regelmäßiger Wartung (einmal jährlich) erhöht sich die Gewährleistung auf 3 Jahre.

Wartungsplakette

1.3 Bauteilprogramm

1.3.1 SANHA®-NiroSan®-Systemrohre

Entsprechend der erforderlichen Durchflussmengen bzw. der nach DIN 1988-3 ermittelten Nennweiten können Sie aus folgendem Rohrangebot wählen:

Nennweite

DN

Außen-Ø

mm

Wanddicke mm

Innen-Ø

cm²

12

15,0

1,0

13,0

15

18,0

1,0

16,0

20

22,0

1,2

19,6

25

28,0

1,2

25,6

32

35,0

1,5

32,0

40

42,0

1,5

39,0

50

54,0

1,5

51,0

65

76,1

2,0

72,1

80

88,9

2,0

84,9

100

108,0

2,0

104,0

 

Innenquerschnitt cm²

Gewicht leeres Rohr kg m-1

Gewicht wassergefülltes Rohr kg m-1

1,33

0,351

0,484

2,01

0,427

0,628

3,02

0,627

0,928

5,15

0,807

1,322

8,04

1,261

2,066

11,95

1,525

2,719

20,43

1,977

4,020

40,83

3,720

7,803

56,61

4,363

10,024

84,95

5,321

13,816

 

Die SANHA®-NiroSan®-Systemrohre werden aus Edelstahl, Werkstoff-Nr. 1.4404 gefertigt und in 6 m langen Stangen geliefert. Die Längsnähte der Rohre sind plasmaschutzgasgeschweißt, wodurch im Bereich der Schweißnaht ebenfalls absolute Dichtheit, hohe mechanische Belastbarkeit und der erforderliche Korrosionsschutz gewährleistet sind. Zudem sind die Rohre an der Innennaht geglättet, damit sich auch an dieser sensiblen Stelle keine Ablagerungen bilden können. Die Rohre sind blank-, spannungsfrei- und lösungsgeglüht und weisen eine festgelegte max. Festigkeit auf, um optimale Voraussetzungen für eine sichere Verpressung zu schaffen.

1.3.2 SANHA®-NiroSan®-Pressfittings

Die Pressfitting-Formteile werden aus molybdänstabilisiertem Edelstahlrohr, Werkstoff-Nr. 1.4404 oder aus Edelstahlfeinguss, Werkstoff-Nr. 1.4408 gefertigt. Die Gewindeteile sind durch Plasmaschutzgasschweißung mit dem Grundkörper verbunden und bestehen aus Edelstahl, Werkstoff-Nr. 1.4571. Dieser Werkstoff entspricht weit gehend der Qualität 1.4404, enthält jedoch zusätzlich zur Verbesserung der Zerspanbarkeit max. 0,8 Gewichtsprozent Titan als Legierungsbestandteil. Damit ist auch bei diesen Bau­teilen der hohe Qualitätsstandard der SANHA®-NiroSan®-Produkte sichergestellt.

2. Planungshinweise

2.1 Allgemeine Planungshinweise

Das SANHA®-NiroSan®-Presssystem ist mit seinen Komponenten zur Anwendung in Trinkwasserleitungen, für kalt- und warmgehende Leitungen, für Steig- und Verteilungs­leitungen inner- und außerhalb von Gebäuden, jedoch nicht für direkte Erdverlegung, zugelassen und einsetzbar. Für die Planung von Trinkwasserinstallationen gilt die DIN 1988, Teile 1 bis 7. Für den Betrieb von Trinkwasserinstallationen gilt DIN 1988, Teil 8. Die zulässigen Betriebsbedingungen sind Tabelle 5 zu entnehmen.

Rohraußendurchmesser

15 - 22

mm

28 - 35

mm

42 - 54

mm

76,1 - 108

mm

Nenndruck (PN)

40

25

16

10

Max. Betriebstemperatur

 

 

 

 

mit EPDM-Dichtring (Serie 9000)

120 0C

120 0C

120 0C

120 0C

mit FPM-Dichtring (Serie 18000)

200 0C

200 0C

200 0C

200 0C

 

 

2.1.1 Leitungsführung

Planung, Berechnung und Errichtung der Trinkwasser­installation ist nach DIN 1988, Teile 1 bis 7 auszuführen. Darüber hinaus sind die Anforderungen der DVGW Arbeits­blätter W 551 „Trinkwassererwärmungs- und Leitungs­anlagen; Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums“ und W 552 „Trinkwasserer­wärmungs- und Leitungsanlagen; Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums, Sanierung und Betrieb“ zu beachten. Wasser, das lange Zeit in Lei­tungs­anlagen und Apparaten steht, kann unabhängig vom Leitungswerkstoff seine Trinkwasserqualität verlieren. Obwohl Edelstahl hier von allen in der Trinkwasserinstallation üblichen Konstruktionswerkstoffen das bei weitem günstigste Verhalten zeigt, ist die Leitungsführung dennoch so kurz wie möglich zu halten und bei der Bemessung der Rohrdurchmesser eine Überdimensionierung stets zu vermeiden. Nicht durchströmte Installationsbereiche sind unzulässig. Bei der Planung von Mauerwerkschlitzen und Installationsschächten ist die DIN 1053 zu beachten. Da diese Norm oftmals nicht die erforderlichen Schlitztiefen zulässt, ist in diesen Fällen der Vorwandinstallation der Vorzug zu geben (siehe ZVSHK-Merkblatt „Vorwandinstallation“).

2.1.2 Ermittlung der Rohrdurchmesser

Für die Dimensionierung gilt DIN 1988-3. Danach sind für das Rohrreibungsdruckgefälle die Werte aus Tabelle 19 und für Einzelwiderstände die Werte aus Tabelle 27 dieser Norm zugrunde zu legen. Eine Überdimensionierung ist – wie bereits unter Ziff. 2.1.1 erläutert – unbedingt zu ver­meiden. Für Trinkwasser-Zirkulationsleistungen gilt zusätzlich das DVGW-Arbeitsblatt W 553 „Bemessung von Zirkulations­systemen in zentralen Trinkwassererwärmungsanlagen“.

2.1.3 Wärmedämmung

Um die Wärmeverluste so gering wie möglich zu halten, sind bei warmgehenden Leitungen, wie Leitungen für er­wärmtes Trinkwasser und Trinkwasser-Zirkulationsleitungen, folgende Regelwerke zu beachten:

• DIN 4108, Wärmeschutz im Hochbau,

• Energieeinsparverordnung (EnEV),

• Wärmeschutzverordnung (WschutzV).

Die sich danach ergebenden Mindestdämmdicken sind in Tabelle 6 enthalten.

Leitungen für kaltes Trinkwasser sind gegen unzulässige Erwärmung des Trinkwassers und gegebenenfalls gegen Tauwasserbildung zu schützen. Sie sind in ausreichendem Abstand von Wärmequellen (z. B. warmen Rohrleitungen, Schornsteinen, Heizungsanlagen) zu verlegen. Sofern dies nicht möglich ist, sind die Leitungen so zu dämmen, dass die Wasserqualität durch Erwärmung nicht beeinträchtigt wird. Bei üblichen Betriebsbedingungen im Wohnungsbau ist in solchen Fällen eine Wärmedämmung vorzusehen, deren Dämmschichtdicke ebenfalls der Tabelle 6 entnommen werden kann.

Bei der Auswahl des Dämmmaterials ist darauf zu achten, dass annähernd chloridfreies Dämmmaterial verwendet wird. Der Massenanteil an wasserlöslichen Chlorid-Ionen im Dämmmaterial darf den Wert von 0,05 % nicht über­schreiten.

2.1.4 Schallschutz

Um den Schallschutz nach DIN 4109 sicherzustellen, kann in einigen Fällen eine Ummantelung des Rohres mit elastischem Material erforderlich sein. Auch hier sind die Anforderungen an die Chloridfreiheit dieses Materials – wie oben für Wärmedämmmaterial beschrieben – zu beachten. Für die Rohrbefestigung sind geeignete Rohrschellen mit Gummieinlage (SANHA®-Katalog Nr. 9918) zu verwenden (Befestigungsabstände siehe Ziff. 2.2.13).

Leitung für kaltes Trinkwasser

 

Leitung für erwärmtes Trinkwasser

Einbausituation

Dämmschicht- dicke in mm

λ = 0,040 W m-1 K-1

Außen-Ø in mm

Außen-Ø in mm
λ = 0,035 W m-1 K-1

Rohrleitung frei verlegt, in nicht beheiztem Raum (z. B. Keller)

4

15,0

20

Rohrleitung frei verlegt, in beheiztem Raum

4

15,0

20

Rohrleitung im Kanal, ohne warmgehende Rohrleitungen

4

22,0

20

Rohrleitung im Kanal, neben warmgehenden Rohrleitungen

13

28,0

30

Rohrleitung im Mauerschlitz, Steigleitung

4

35,0

30

Rohrleitung in Wandaussparung,
neben warmgehenden Rohrleitungen

13

42,0

40

Rohrleitung auf Betondecke

4

54,0

50

 

-

76,1

65

 

-

88,9

80

 

-

108,0

100

2.2 Verlegeanleitung

2.2.1 Lagerung und Transport

Bei Lagerung und Transport müssen Beschädigungen, Ver-schmutzungen und der Kontakt mit Eisen und unlegiertem Stahl vermieden werden. So empfiehlt es sich z. B. beim Transport auf dem Lkw die Ladefläche mit einer Folie abzudecken, wenn auf diesem Lkw zuvor Rohre oder Bauteile aus unlegiertem Stahl transportiert worden sind.

2.2.2 Äußerer Korrosionsschutz

Die hohe Korrosionsbeständigkeit von Edelstahl macht einen äußeren Korrosionsschutz in der Regel entbehrlich. In besonderen Fällen wie in chlorid- oder chlorhaltiger Atmos­phäre (z. B. in Schwimmbädern) sind auch die Edelstahl­leitungen des SANHA®-NiroSan®-Presssystems zu schützen. Hierzu sind insbesondere chloridfreie Korrosionsschutz­binden nach DIN 30672 geeignet, die im Überlappungs­bereich zu einer homogenen Umhüllungsschicht vulkani­sieren. Bei der Verarbeitung ist besonderes Augenmerk auf eine lückenlose Umhüllung zu legen. Die Korrosionsschutzbinde muss mindestens 15 mm überlappen.

2.2.3 Mischinstallation

Durch Mischinstallation des SANHA®-NiroSan®-Press­systems mit anderen in der Trinkwasserinstallation verwendeten Werkstoffen wird das Korrosionsverhalten des SANHA®-NiroSan®-Presssystems nicht nachteilig beeinflusst. Eine besondere Reihung der Werkstoffe – wie bei der im Zusammenhang mit Kupfer und verzinktem Stahl bekannten Fließregel – ist hierbei nicht zu berücksichtigen.

Bei Kontakt mit verzinktem Stahl wird dieser anodisch polarisiert, was zum Schaden am verzinkten Stahl durch Kontaktkorrosion führen kann. Erfahrungsgemäß wird eine ausreichende Verminderung der Schadenwahrscheinlichkeit dadurch erreicht, dass zwischen nichtrostendem Stahl und verzinktem Stahl ein Abstand von etwa Rohrdurch­messer geschaffen wird. Dies lässt sich am einfachsten durch Zwischenschalten einer Armatur aus Rotguss oder Messing erreichen.

Die Mischinstallation des SANHA®-NiroSan®-Presssystems mit Bauteilen aus Kupfer bzw. Kupferlegierungen ist praktisch problemlos. Nur bei sehr ungünstigen Flächenverhältnissen (Anteil der Oberfläche aller Bauteile aus Kupfer­werkstoffen an der Gesamtinstallation deutlich weniger als 2 %) kann es unter weiteren ungünstigen Umständen zu Schäden durch Kontaktkorrosion an einem Bauteil aus Kupferwerkstoffen kommen.

2.2.4 Dichtmittel und Dichthilfsmittel

Dichtmittel, wie z. B. Flachdichtungen, dürfen keine Chlorid-Ionen an das Wasser abgeben oder zu örtlichen An­reicherungen von Chlorid-Ionen führen. Bei den für SANHA®-Bauteile eingesetzten Centellen®-Dichtungen (SANHA® Katalog-Nr. DCU) ist diese Forderung erfüllt. Für Gewindeverbindungen wird die Verwendung eines dauer­elastischen Gewindedichtmittels empfohlen. Bei Ver­wendung von Hanf ist ein chloridfreies Dichthilfsmittel zu verwenden. Der Einsatz von Gewinde-Dichtband (Teflon-Band) wird nicht empfohlen.

2.2.5 Biegen

Das Warmbiegen von Edelstahlrohren ist nicht erlaubt. Die SANHA®-NiroSan®-Systemrohre der Abmessungen 15 mm bis 28 mm können mit geeigneten Biegevorrichtungen kalt gebogen werden. Hierbei muss ein Biegeradius (gemessen in der neutralen Faser des Bogens) von mindestens r = 3,5 x da eingehalten werden, wobei da der Außendurchmesser des Rohres ist.

2.2.6 Trennen

Das Trennen der SANHA®-NiroSan®-Systemrohre erfolgt be­vor­zugt mit einer feinzahnigen Metallsäge – wobei un­be­dingt darauf zu achten ist, dass mit diesem Sägeblatt nicht zuvor unlegierter Stahl geschnitten worden ist – oder einem Rohrabschneider (SANHA®-Katalog-Nr. 4985, speziell für Edelstahl). Werden elektrisch angetriebene Sägen benutzt, darf die Schnittgeschwindigkeit nicht so hoch sein, dass Anlauffarben an der Schnittstelle entstehen, um eine Sensibilisierung des Werkstoffs zu vermeiden. Geeignet ist z.B. die Planetensäge + GF + RA 21. Die Verwendung von Trennscheiben (Flex) oder gar Schneidbrennern ist nicht zulässig.

Achtung!

Nach dem Ablängen sind die Rohrenden sorgfältig innen und außen zu entgraten (für Rohre bis 54 mm Außendurchmesser: SANHA®-Katalog-Nr. 4985).

2.2.7 Dichtheitsprüfung

Die Dichtheitsprüfung kann entweder mit Wasser nach DIN 1988-2 oder trocken mit einem inerten Gas oder ölfreier Druckluft gemäß ZVSHK-Merkblatt „Dichtigkeitsprüfung mit Luft“ bzw. BHKS-Regel 5.001 „Druckprüfung von Trinkwasserleitungen mit Druckluft oder Stickstoff“ durchgeführt werden. Dies muss zu einem Zeitpunkt erfolgen, zu dem die Verbindungsstellen noch zugänglich und nicht verdeckt sind. Die trockene Dichtheitsprüfung ist immer dann angeraten, wenn zu erwarten ist, dass zwischen Druckprobe und tatsächlicher Inbetriebnahme der Installation längere Zeit vergeht. Dies ist immer dann der Fall, wenn bei größeren Bauvorhaben abschnittsweise vorgegangen wird. Wird – wie bei kleineren Bauvorhaben üblich – die komplette Installation abgedrückt, kann die Druckprobe mit Wasser durchgeführt werden. In diesem Fall sind die Rohrleitungen entweder vollständig entleert oder – da dies bei der heute üblichen Leitungsführung fast nie möglich ist – vollständig mit Wasser befüllt verschlossen bis zur Inbetriebnahme bzw. dem unmittelbar zuvor durchzuführenden Spülvorgang stehen zu lassen. Besteht in dieser Zeit Frostgefahr, ist in jedem Fall die trockene Dichtheitsprüfung zu bevorzugen.

2.2.8 Spülen der Trinkwasserinstallation

Grundsätzlich sind alle Trinkwasserleitung unabhängig von der Art des verwendeten Werkstoffes gründlich mit filtriertem Trinkwasser zu spülen. Das Spülen muss so früh wie möglich und im Anschluss an die Druckprüfung erfolgen.

Hierdurch sollen folgende Ziele erreicht werden:

• Spülverfahren der Trinkwassergüte (Hygiene),

• Reinigung der Rohrinnenoberflächen,

• Vermeidung von Funktionsstörungen an Armaturen und Apparaten

Diese Anforderungen werden von zwei Spülmethoden erfüllt, und zwarL:

• Spülverfahren mit Luft-Wasser-Gemisch nach DIN 1988-2. Ziff. 11.2,

• Spülverfahren mit Wasser nach ZVSHK-Merkblatt „Hinweise zur Durchführung von Spülverfahren von Trinkwasserinstallationen, die nach TRWI DIN 1988 erstellt sind.“

Für Trinkwasserinstallationen, die mit dem SANHA®-NiroSan®-Presssystem hergestellt worden sind, können beide Spülverfahren angewendet werden. Mit beiden Verfahren werden die hygienischen Anforderungen, die an Trinkwasserinstallationen zu stellen sind, erfüllt. Eine zusätzliche Desinfektion der Leitungsanlagen ist in DIN 1988-2 nicht vorgesehen und auch grundsätzlich nicht erforderlich. Ist ausnahmsweise im Einzelfalle aus besonderen Gründen dennoch eine Desinfektion der Leitungen erforderlich, sollten zuvor Einzelheiten mit unserer Technischen Kundenberatung abgestimmt werden. Keinesfalls ist Chlordioxid als Desinfektionsmittel zu verwenden.

Druckprüfung, Spülen, Übergabe

Bei zügigem Baufortschritt

Variante I (nass)

Bei langen Zeiträumen zwischen Druckprüfung und Inbetriebnahme

Variante II (trocken)

 

  1. Feinfilter einbauen

  2. Erstbefüllung der Leitungen mit filtriertem Trinkwasser und vollständig entlüften

  3. Druckprobe durchführen

  4. Spülen der Installation mit filtriertem Trinkwasser nach DIN 1988-2 oder nach ZVSHK Merkblatt „Hinweise zur Durchführung von Spülverfahren von Trinkwasserinstallation, die nach TRWI DIN 1988 erstellt sind“

  5. Rohrleitungen entlüften und befüllt unter Druck stehen lassen
    (Entleerung bzw. Teilentleerung vermeiden)

  6. Betriebsübergabe der Anlage mit Einweisung des Bauherrn und Hinweis auf DIN 1988-8
    (Vermeidung von längeren Stillstandzeiten, erforderliche Wartungsarbeiten)

 

 

  1. Dichtheitsprüfung der Leitung mit inertem Gas (z. B. ölfreie Druckluft, Stickstoff) 3 bar, auch abschnittsweise je nach Baufortschritt

  2. Feinfilter einbauen

  3. Erstbefüllung der leitungen mit filtriertem Trinkwasser kurz vor beabsichtigter Betriebsübergabe der Installation











 

2.2.9 Elektrische Begleitheizung

Elektrische Begleitheizungen können für das SANHA®-NiroSan® -Presssystem dann eingesetzt werden, wenn die Rohrinnenwandtemperatur 60 °C auf Dauer nicht übersteigt. Eine kurzzeitige Überschreitung der Temperatur bis zu 70 °C zum Zwecke der thermischen Desinfektion (siehe DVGW-Arbeitsblatt W 552) ist zulässig.

Beim Einsatz elektrischer Begleitheizungen dürfen abgesperrte Leitungsbereiche, die über keine eigenen Sicherheitseinrichtungen verfügen, nicht beheizt werden, um eine unzulässige Druckerhöhung in diesen Bereichen zu vermeiden. DIN 1988-4 bzw. DIN EN 1717 sind unbedingt zu beachten.

2.2.10 Elektrische Schutzmaßnahmen

Nach DIN VDE 0100 ist für alle elektrisch leitenden Rohr­leitungen der Potenzialausgleich durchzuführen. Das SANHA® -NiroSan® -Presssystem ist eine durchgehend elektrisch leitfähige Rohrverbindung und muss somit in den Potenzialausgleich einbezogen werden. Für die Ausführung dieser elektrischen Schutzmaßnahmen ist der Errichter der elektrischen Anlage verantwortlich.

2.2.11 Längenausdehnung und Befestigung der
Rohrleitungen

Warmgehende Rohrleitungen dehnen sich je nach Temperaturunterschied unterschiedlich aus (siehe Bild 6). Werden die Leitungen an dieser thermisch bedingten Längen­änderung behindert, dann können die im Leitungsmaterial vorherrschenden mechanischen Spannungen die zulässige Spannung überschreiten, wodurch Schäden (meist in Form von Ermüdungsbrüchen) entstehen können. Um dies zu vermeiden, muss der Rohrleitung ausreichender Aus­dehnungsraum gegeben werden.

Der Wärmeausdehnungskoeffizient des Edelstahls Werkstoff-Nr. 1.4401 liegt in der gleichen Größenordnung wie er des Kupfers. Tabelle 8 zeigt die Ausdehnungskoeffizienten einiger Rohrwerkstoffe. Aus Tabelle 9 lässt sich die Längenänderung in Abhängigkeit von der Temperaturdifferenz und der Rohrlänge ablesen.

Beispiel:

Für eine Leitung für erwärmtes Trinkwasser von 8 m Länge mit einer Betriebstemperatur von tW = 60 °C und einer Kaltwassertemperatur von tK = 10 °C soll die Längenänderung ¢ l infolge Wärmedehnung ermittelt werden.

Temperaturdifferenz ∆ t = tW – tK = 60 °C – 10 °C = 50 K

Aus Tabelle 9 ergibt sich in der Spalte für 50 K und der
Zeile aus 8 m die zu berücksichtigende Längenänderung des SANHA®-NiroSan®-Systemrohres von ∆l = 6,6 mm.

Zur Kompensation dieser Längenänderungen kann häufig die Elastizität des Rohrnetzes ausgenutzt werden. Dazu ist es erforderlich, im Bereich von Leistungsumlenkungen durch richtige Anordnungen der Befestigungsschellen ausreichend biegeweiche Leitungsschenkel zu schaffen (siehe Bild 7 und Tabelee 10).

Das Grundprinzip lautet, dass zwischen zwei Festpunkten immer eine ausreichende Dehnungsmöglichkeit vor­handen sein muss.

Sofern die natürliche Leitungsführung keine ausreichende Kompensation der Wärmedehnung ermöglicht, muss diese durch den Einbau spezieller Bauteile wie z. B. Metallbalgkompensatoren realisiert werden. Steht ausreichend Platz zur Verfügung, kann auch ein U-Rohr-Kompensator nach Bild 8 bzw. Tabellen 11 eingesetzt werden.

Rohrwerkstoff

Wärmeausdehnungs- koeffizient

∆ l in mm für Lo = 10 m

 

α in 10-6 K-1 (20 bis 100 ⁰C)

∆ T = 50 K

Edelstahl

16,5

8,3

Kupfer

16,6

8,3

Stahlrohr, verz.

12,0

6,0

Kunststoff (je nach Rohrwerkstoff)

80 bis 180

40 bis 90

 

 

 

Erforderliche Schenkellänge X in m

Rohr- außen- Ø

Dehnungsaufnahme in mm

in mm

5

10

15

20

25

30

35

15,0

0,40

0,57

0,69

0,80

0,90

0,98

1,06

18,0

0,44

0,62

0,76

0,88

0,98

1,08

1,16

22,0

0,49

0,69

0,84

0,97

1,09

1,19

1,28

28,0

0,55

0,77

0,95

1,10

1,22

1,34

1,45

35,0

0,61

0,87

1,06

1,22

1,37

1,50

1,62

42,0

0,67

0,95

1,16

1,34

1,50

1,64

1,77

54,0

0,76

1,08

1,32

1,52

1,70

1,86

2,01

76,1

0,90

1,28

1,56

1,81

2,02

2,21

2,39

88,9

0,98

1,38

1,69

1,95

2,18

2,39

2,58

108,0

1,08

1,52

1,86

2,15

2,41

2,63

2,85

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in mm

40

45

50

55

60

65

70

75

15,0

1,13

1,20

1,27

1,33

1,39

1,45

1,50

1,55

18,0

1,32

1,39

1,46

1,52

1,58

1,64

1,70

22,0

1,46

1,54

1,61

1,68

1,75

1,82

1,88

28,0

1,64

1,73

1,82

1,90

1,97

2,05

2,12

35,0

1,84

1,94

2,03

2,12

2,21

2,29

2,37

42,0

2,01

2,12

2,22

2,32

2,42

2,51

2,60

54,0

2,28

2,41

2,52

2,63

2,74

2,85

2,95

76,1

2,71

2,86

2,99

3,13

3,26

3,38

3,50

88,9

2,93

3,09

3,24

3,38

3,52

3,65

3,78

108,0

3,23

3,40

3,57

3,73

3,88

4,02

4,17

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Länge des U-Bogens L in m

Rohr- außen- Ø

Dehnungsaufnahme in mm

in mm

5

10

15

20

25

30

35

40

15,0

0,23

0,33

0,40

0,46

0,52

0,57

0,61

0,65

18,0

0,25

0,36

0,44

0,51

0,57

0,62

0,67

0,72

22,0

0,28

0,40

0,49

0,56

0,63

0,69

0,74

0,79

28,0

0,32

0,45

0,55

0,63

0,71

0,77

0,84

0,89

35,0

0,35

0,50

0,61

0,71

0,79

0,87

0,94

1,00

42,0

0,39

0,55

0,67

0,77

0,87

0,95

1,02

1,10

54,0

0,44

0,62

0,76

0,88

0,98

1,08

1,16

1,24

76,1

0,52

0,74

0,90

1,04

1,17

1,28

1,38

1,47

88,9

0,56

0,80

0,98

1,13

1,26

1,38

1,49

1,59

108,0

0,62

0,88

1,08

1,24

1,39

1,52

1,64

1,76

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in mm

45

50

55

60

70

80

90

15,0

0,69

0,73

0,77

0,80

0,87

0,93

0,98

18,0

0,76

0,80

0,84

0,88

0,95

1,01

1,08

22,0

0,84

0,89

0,93

0,97

1,05

1,12

1,19

28,0

0,95

1,00

1,05

1,10

1,18

1,26

1,34

35,0

1,06

1,12

1,17

1,22

1,32

1,41

1,50

42,0

1,16

1,22

1,28

1,34

1,45

1,55

1,64

54,0

1,32

1,39

1,46

1,52

1,64

1,76

1,86

76,1

1,56

1,65

1,73

1,81

1,95

2,09

2,21

88,9

1,69

1,78

1,87

1,95

2,11

2,25

2,39

108,0

1,86

1,96

2,06

2,15

2,32

2,48

2,63

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Unterputzverlegung ist die ungehinderte Wärmeausdehnung dadurch sicher zu stellen, dass die Leitungen mit

elastischem chloridfreiem Material ausreichender Dicke ummantelt sind.

Insbesondere Deckendurchführungen sind – sofern dort nicht bewusst ein Festpunkt gesetzt worden ist – sorgfältig auszupolstern (siehe Bilder 9… 11).

Rohrleitungsbefestigungen

Rohrleitungen sind mittels handelsüblicher Schellen direkt mit dem Gebäude zu verbinden und dürfen nicht an anderen Leitungen befestigt werden. Um die Schallschutzanforderungen zu erfüllen, sind Schellen mit Gummieinlage (SANHA® -Katalog-Nr. 9918) zu verwenden. Die Schellenabstände sind in Tabelle 12 wiedergegeben (Auszug aus DIN 1988-2). Schellen dürfen immer nur auf dem Rohr, nicht auf dem Fitting angebracht werden. Um nicht ungewollt Festpunkte zu setzen, ist der Abstand „X“ von Umlenkungen einzuhalten. Da Apparate und Geräteanschlüsse wie Festpunkte wirken, ist auch von diesen der Abstand „X“ einzuhalten (siehe Bild 7 und Tabelle 10).

Rohraußen-Ø

 

in mm

15,00

18,00

22,00

28,00

35,00

Befestigungs­abstand in m

1,25

1,50

2,00

2,25

2,75

Rohraußen-Ø

in mm

42,00

54,00

76,10

88,90

108,00

Befestigungs­abstand in m

3,00

3,50

4,25

4,75

5,00

2.2.12 Platzbedarf

Der für die Montage erforderliche Leitungsabstand von Wänden, in Ecken und Mauerschlitzen ist den nachfolgenden Skizzen und Tabellen zu entnehmen.

Rohr- außen-Ø

Nenn- weite

Einsteck- tiefe e

Mindestabstand


mm


DN


mm

Amin
mm

Imin
mm

Bmin
mm

Cmin
mm

15,0

12

25

10

60

60

85

18,0

15

25

10

60

60

85

22,0

20

28

10

66

60

88

28,0

25

29

10

68

60

89

35,0

32

30

10

70

60

90

42,0

40

38

20

96

60

98

54,0

50

44

20

108

60

104

76,1

65

50

30

130

60

110

88,9

80

57

30

144

60

117

108,0

100

69

30

168

60

129

 

 

 

 

 

 

 

 

Herstellung einer Pressverbindung

A) Abmessungen bis 54 mm

  1. Rohre mit feinzahniger Metallsäge rechtwinklig ablängen. Das Sägeblatt darf nicht für unlegierte Eisenwerkstoffe ver­wendet worden sein.

    Alternativ: Rohre mit Rohrabschneider trennen. Rohrabschneider und Schneidrad dürfen nicht für unlegierte Eisenwerkstoffe verwendet worden sein.

  2. Rohrende innen und außen sorgfältig ent­graten. Das Entgratwerkzeug darf nicht für unlegierte Eisenwerkstoffe verwendet worden sein.

  3. Einstecktiefe mit Schablone (SANHA® Katalog-Nr. 4981) auf dem Rohr markieren. SANHA®-NiroSan® -Systemfitting auf korrekten Sitz des Dichtringes überprüfen und Rohrende unter leichtem Drehen in die Fittingsmuffe bis zum Anschlag einschieben. Der Fittingsaußenrand muss mit der Markierung übereinstimmen.

  4. Pressbacke entsprechend der Fittingsabmessung auswählen und in Pressmaschine einsetzen. Haltebolzen der Maschine schließen.

  5. Kontrollieren, ob Fittingsaußenrand mit Markierung übereinstimmt. Pressbacke öffnen und rechtwinklig so auf den SANHA® - NiroSan® -Systemfitting aufsetzen, dass die Sicke des Fittings in die Nut der Pressbacke eingreift.

  6. Pressvorgang durch drücken der Start-Taste auslösen. Der Pressvorgang lässt sich nicht vorzeitig unterbrechen. Damit wird sichergestellt, dass stets eine dauerhaft dichte Verbindung entsteht. Im Gefahrenfalle ist eine
    Unterbrechung des Pressvorganges durch Drücken des Not-Aus-Tasters1) möglich.

    1) Nach Reset der Not-Aus-Situation muss eine Nachverpressung oder ggf. eine Neuverpressung erfolgen.

  7. Passende Pressschlinge auswählen und so um den SANHA® -NiroSan® -Systemfitting legen, dass die Sicke des Fittings in die Nut der Pressschlinge eingreift. Pressschlinge schließen. Hierbei Schließlasche in Steckbolzen schieben. Beachten, dass die Pressschlinge eng am Fitting anliegt. Pressschlinge anschließend so in Position drehen, dass die Pressmaschine ordnungsgemäß angesetzt werden kann.

  8. Zwischenbacke passend zur Abmessung aus­wählen:
    Für die Abmessungen 42 mm und 54 mm Zwischenbacke ZB302 (SANHA® Katalog-Nr. 6931.1)– bzw. für kompatible Pressmaschinen Zwischenbacke ZB202 (SANHA® Katalog-Nr. 6930) – in die Press­maschine einsetzen und Haltebolzen schließen.

  9. Zwischenbacke durch Herunterdrücken der Backenhebel öffnen und so an die Pressschlinge ansetzen, dass die Krallen der Zwischenbacke um die Bolzen der Pressschlinge greifen. Kontrollieren, ob Fittingsaußenrand mit Markierung der Einstecktiefe übereinstimmt – Pressvorgang durch Drücken des Starttasters aus­lösen Der Pressvorgang lässt sich nicht vorzeitig unterbrechen. Damit wird sichergestellt, dass stets eine dauerhaft dichte Verbindung entsteht. Im Gefahrenfalle ist eine Unter­brechung des Pressvorganges durch Drücken des Not-Aus-Tasters1) möglich.

  10. Lösen der Pressschlinge durch Abziehen der Schließlasche. Hierbei Steckbolzen von der gegenüber liegenden Seite herausdrücken.

B) Abmessungen 76,1 mm bis 108 mm

Für die Abmessungen 76,1 mm, 88,9 mm und 108 mm ist die Pressmaschine ECO 301 (SANHA® Katalog-Nr. 6900 bzw. als Set im Koffer mit 6 Pressbacken 15 mm bis 35 mm SANHA® Katalog-Nr. 6901) erforderlich. Zusätzlich werden Pressschlingen der entsprechenden Abmessungen
(SANHA® Katalog-Nr. 6933) sowie für die Abmessungen 76,1 und 88,9 die Zwischenbacke ZB321 (SANHA® Katalog-Nr. 6931.2) benötigt.

Für die Abmessung 108 mm wird neben der entsprechenden
Pressschlinge (SANHA® Katalog-Nr. 6933) zusätzlich zur Zwischenbacke ZB321 (SANHA® Katalog-Nr. 6931.2) die
Zwischenbacke ZB322 (SANHA® Katalog-Nr. 6931.3) benötigt.

  1. Rohre auf Maß ablängen:
    Vorzugsweise mit einer Planetensäge (Bild) oder Kappsäge. Die Schnittgeschwindigkeit muss so niedrig sein, dass keine unzulässige Erwärmung der Schnittkanten des Edelstahlrohres stattfinden kann. Das Sägeblatt darf nicht für unlegierte Eisenwerkstoffe ver­wendet worden sein.

    Alternativ: Rohre mit Rohrabschneider trennen. Der Rohrabschneider und das Schneidrad dürfen nicht für unlegierte Eisen­werkstoffe verwendet worden sein.

    Alternativ: Rohre mit feinzahniger Metall­bügelsäge rechtwinklig ablängen. Das Sägeblatt darf nicht für unlegierte Eisenwerkstoffe ver­wendet worden sein.

  2. Schnittkanten außen sorgfältig entgraten. Vorzugsweise mit spe­ziellem Entgratgerät (Bild: novo­press-Rohrentgrater RE1).

    Alternativ: Halbrundschlichtfeile.
    Die Entgratwerkzeuge dürfen nicht für unlegierte Eisenwerkstoffe verwendet worden sein.
  3. Schnittkanten innen entgraten.
    Vorzugsweise mit spe­ziellem Entgratgerät (Bild: novopress-Rohr­entgrater RE1).

    Alternativ: Halbrundschlichtfeile.
    Die Entgratwerkzeuge dürfen nicht für unlegierte Eisenwerkstoffe verwendet worden sein.

  4. Einstecktiefe mittels Schablone (SANHA®
    Katalog- Nr. 4990) auf dem Rohr anzeichnen. Abmessungen 76,1 mm und 88,9 mm.

  5. Rohrende unter leichtem Drehen in Fittingsmuffe bis zum Anschlag ein­führen. Markierung muss mit Fittingsaußenrand übereinstimmen. Passende Pressschlinge auswählen und so um den SANHA® -NiroSan® -Systemfitting legen, dass die Sicke des Fittings in die Nut der Pressschlinge eingreift. Pressschlinge schließen. Hierbei Schließlasche in Steckbolzen schieben. Beachten, dass die Pressschlinge eng am Fitting anliegt. Pressschlinge anschließend so in Position drehen, dass die Pressmaschine ordnungsgemäß angesetzt werden kann.

  6. Zwischenbacke mit der Bezeichnung ZB321 (SANHA® Katalog-Nr. 6931.2) in Pressmaschine einsetzen und Halte­bolzen schließen.

  7. Zwischenbacke durch Herunterdrücken der Backenhebel öffnen und so an die Pressschlinge ansetzen, dass die Krallen der Zwische­n­backe um die Bolzen der Pressschlinge greifen. Kontrollieren, ob Fittings­außenrand mit Markierung der Einstecktiefe übereinstimmt – Pressvorgang durch Drücken des Starttasters auslösen Der Pressvorgang lässt sich nicht vorzeitig unterbrechen. Damit wird sichergestellt, dass stets eine dauerhaft dichte Verbindung entsteht. Im Gefahrenfall ist eine Unter­brechung des Pressvorganges durch Drücken des Not-Aus- Tasters1) möglich.

    1) Nach Reset der Not-Aus-Situation muss eine Nachverpressung oder ggf. eine Neuverpressung erfolgen.

  8. Lösen der Pressschlinge durch Abziehen der Schließlasche. Hierbei Steckbolzen von der gegenüber liegenden Seite herausdrücken.

  9. beschrieben ansetzen und zunächst mit Zwischenbacke ZB321 (SANHA® Katalog-Nr. 6931.2) wie in Schritt 7. (Bild 35) beschrieben verpressen. Zwischenbacke ZB321 durch Herunterdrücken eines Backenhebels von Pressschlinge abnehmen. Pressschlinge verbleibt an der Pressstelle (Pressschlinge lässt sich nicht lösen).

  10. Zwischenbacke ZB322 (siehe SANHA® Katalog-Nr. 6931.3) in Pressmaschine ECO 301 ein­setzen und zweiten Pressvorgang durchführen. Der Pressvorgang lässt sich nicht vorzeitig unterbrechen. Damit wird sichergestellt, dass stets eine dauerhaft dichte Verbindung entsteht. Im Gefahrenfalle ist eine Unterbrechung des Pressvorganges durch Drücken des Not-Aus-Tasters möglich.

    1) Nach Reset der Not-Aus-Situation muss eine Nachverpressung oder ggf eine Neuverpressung erfolgen.

  11. Pressschlinge durch Herunterdrücken des Schließhebels öffnen und von der Verbindungs­stelle abnehmen.

 

Verbindungstechnik Pressfittingsystem

Für die Installation Ihrer Es-Pressfit Trinkwasserinstallation mit dem Pressfittingsystem stehen Ihnen die bekannten Bauelemente, z. B. Doppelmuffen, Muffenbögen und T-Stücke, Reduzierungen, Übergänge zur Verfügung. Die ES-Pressfit Pressfitting-Formteile sind aus Edelstahl 1.4401 gefertigt. Die angeschweißten Drehteile werden aus technologischen Gründen aus der Edelstahlsorte 1.4571 hergestellt.

Die Besonderheit der Pressfittings Formteile sind die Konstruktion und Herstellung der Muffen, die eine zuverlässige Verarbeitung und dichte, dauerhafte Verbindungen sicherstellen. Durch die spezielle Ausformung der Muffe mit einer asymmetrischen Sicke wird das Einschieben des Rohres in die Muffe erleichtert und ein unbeabsichtigtes Auseinandergleiten der Bauteile erschwert, bzw. verhindert. Die Festigkeit der Verbindungen wird durch die Verwendung von Edelstahl für die Herstellung der Formteile erhöht. Die doppelte Verpressung der Muffe sichert eine hohe Auszugsfestigkeit und die erforderliche Entlastung der Dichtung von mechanischen Kräften. Im Ergebnis dieser und weiterer Lösungen steht dem Anwender eine gut verarbeitbare, sichere, zuverlässige und dauerhaft dichte Pressverbindung zur Verfügung.

Verpressen der Anlage

Das Herstellen der dauerhaft dichten Verbindung erfolgt durch verpressen mit einer handelsüblichen Rohrpressmaschine. Es wird empfohlen, Original-ES-Pressfit-Presswerkzeuge zu verwenden, weil hiermit optimale Pressergebnisse erzielt werden.

Die Verwendung anderer Presswerkzeuge (vergl. Tabelle) führt zu guten Ergebnissen, wenn die Pressbacken für die im ES-Pressfit System verwendeten Materialstärken (DN 15 bis DN 54: s = 1,5 mm), ausgelegt sind. Die Verwendung von Presswerkzeugen, die für andere Materialdicken ausgelegt sind, ist nicht zulässig!

Der empfohlenen Ablauf des Verpressens ist:

  • Kontrolle der richtigen Einstecktiefe, um sicherzustellen, dass das Rohr bei der Vormontage nicht versehentlich aus den Formstücken herausgezogen wurde und eine sichere Verpressung möglich ist.
  • Zange so ansetzen, dass die Sicke der Muffe in der mittigen Aussparung des Werkzeuges ist und nach der Bedienungsanleitung des Herstellers die Verpressung ausführen.
  • Verpressungen systematisch in einer selbstgewählten Reihenfolge (z. B. in Fließrichtung des Wassers) durchführen, um sicherzustellen, dass alle Muffen aller Formteile verpresst wurden. (Hinweis: Beim Abdrücken der Leitung können u.U. auch unverpressteVerbindungen bei einem Prüfdruck von 16 bar noch dich sein, jedoch später im bestimmungsgemäßen Betrieb bei Druckstößen im System undicht werden oder vom Rohr gedrückt werden!)
  • Prüfen der vollständigen und ordnungsgemäßen Verpressung.
Rohrleitungen unter Putz
Rohrleitungen in Deckendurchbrüchen
Rohrleitungen unter dem Estrich (in Wärme- und Trittschalldämmung)
Mindestabstand zwischen zwei Pressstellen
Mindestabstand zwischen Wand und Pressstelle
Mindestabstand A der Leitungen zur Wand und Mindestabstand C der Leitungen untereinander
Mindestabstand A der Leitungen zur Wand, Mindestabstand B der Leitungen zur Ecke und Mindestabstand C der Leitungen untereinander
Mindestbreite D von Nischen, Mindestabstand A der Leitungen zur Nischenrückwand und Mindestabstand C der Leitungen untereinander

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